12. März 1938

Es wird jetzt viel an den Einmarsch deutscher Truppen in Österreich am 12.3.1938 gedacht. Auch dieses geschichtliche Ereignis hat seine Wurzeln in Vorausgegangenem. Als die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn im Jahr 1918 in Waffenstillstandverhandlungen eintraten, taten sie das ausdrücklich auf Basis der 14 Punkte von US-Präsident Woodrow Wilson. Diese Punkte schienen eine anständige und gerechte Grundlage für einen Verhandlungsfrieden. Das Papier wurde jedoch in Versailles und St. Gemain vom Tisch gefegt und damit diese Friedensdiktate auch von den Unterlegenen unterschrieben würden, blieb die Blockade der Mittelmächte solange aufrecht. Das hieß, es fehlte an notwendigsten Gütern, vor allem Lebensmittel und Millionen Schwache, vorzüglich Kinder und Alte, starben an diesem Würgegriff, Kollateralschäden würde man heute sagen. Die Sudetendeutschen waren der irrigen Ansicht, daß die von Wilson vorgesehene Selbstbestimmung der Völker auch für sie gälte und demonstrierten am 4. März 1919 dafür, zur Republik Deutsch-Österreich zu gehören – friedlich! Die tschechoslowakischen Sicherheitskräfte wussten anscheinend dagegen kein anderes Mittel als in die Demonstration zu schießen – Ergebnis 54 sudentendeutsche Tote zwischen 11 und 80 Jahren. Ereignisse dieser Art, denken wir auch an den Blutsonntag in Marburg (ORF: Maribor) am 27. Jänner 1919 und daran was in Schlesien geschah, untergruben in Österreich und Deutschland den Glauben an die Ehrlichkeit der damaligen „Wertegemeinschaft“ und auch der Demokratie. Das hat Herrn Hitler vieles erleichtert…Manche meinen sogar, ihn erst ermöglicht.

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